Klingt natürlich: 9 deutsche Redewendungen für den Alltag (B1)
Redewendungen sind die geheimen Abkürzungen zur echten Alltagssprache. Mit ihnen klingst du sofort natürlicher, verstehst Witze und erkennst Nuancen. Heute lernst du 9 häufige deutsche Idioms (Redewendungen), die du im Büro, mit Freundinnen und im Café wirklich hörst – inklusive Beispiele, kleine Kultur-Hinweise und Übungen.
Warum Redewendungen?
Wörtliche Übersetzungen machen in der Alltagssprache oft keinen Sinn. „Tomaten auf den Augen haben“ hat nichts mit Essen zu tun – es heißt schlicht, etwas Offensichtliches nicht zu sehen. Redewendungen sind feste Wortgruppen: Artikel, Präpositionen und Verbformen bleiben meistens gleich. Lerne sie als „Chunks“ und du triffst schneller den richtigen Ton.
1) den Faden verlieren
Bedeutung: die Übersicht verlieren; nicht mehr wissen, was man sagen oder tun wollte.
Diese Redewendung ist besonders im Gespräch nützlich, wenn du höflich signalisieren willst, dass du den Kontext nicht mehr hast.
2) Da liegt der Hund begraben
Bedeutung: Das ist das eigentliche Problem; der Kern der Sache.
3) Tomaten auf den Augen haben
Bedeutung: Etwas Offensichtliches nicht sehen; blind für etwas sein (umgangssprachlich, humorvoll).
4) den Nagel auf den Kopf treffen
Bedeutung: Genau richtig liegen; etwas treffend formulieren.
Baue einen korrekten Satz mit der Redewendung.
In Diskussionen ist das eine super Bestätigung: Du sagst damit, dass jemand etwas genau richtig verstanden hat.
5) Feierabend machen
Bedeutung: mit der Arbeit für heute aufhören; „call it a day“. Ein kleines Kulturwort: „Feierabend“ ist nicht nur frei haben — es ist die angenehme Zeit nach der Arbeit.
Ich bin müde. Ich mache jetzt .
Feierabend ist ein festes Konzept in der deutschsprachigen Arbeitskultur. Viele trennen Arbeit und Freizeit bewusst — „Feierabend“ markiert diese Grenze.
6) jemandem den Kopf waschen
Bedeutung: Jemanden deutlich kritisieren oder zurechtweisen (aber nicht wörtlich waschen!). Das ist eher bildlich und kann streng klingen, aber oft humorvoll gemeint.
7) einen Kater haben
Bedeutung: verkatert sein; nach zu viel Alkohol Kopfschmerzen und Müdigkeit haben (umgangssprachlich).
Nach drei Cocktails hatte sie am nächsten Morgen einen .
8) Das ist mir Wurst
Bedeutung: Das ist mir egal (umgangssprachlich, oft mit einem Augenzwinkern).
Klingt humorvoll und leicht — passt gut unter Freundinnen/Freunden. In formellen Situationen besser „Das ist mir egal“ sagen.
9) ins Schwarze treffen
Bedeutung: etwas perfekt auswählen oder sagen; genau richtig liegen (wie beim Bogenschießen).
| Pronoun | Conjugation |
|---|---|
| ich | treffe |
| du | triffst |
| er/sie/es | trifft |
| wir | treffen |
| ihr | trefft |
| sie/Sie | treffen |
Zusammenfassung und Mini-Übung
Du hast heute 9 häufige Redewendungen gelernt, die dir helfen, natürlicher zu klingen: den Faden verlieren, der Hund begraben, Tomaten auf den Augen, den Nagel treffen, Feierabend machen, den Kopf waschen, einen Kater haben, etwas ist mir Wurst, ins Schwarze treffen.
Mini-Übung: Wähle 3 Redewendungen und schreibe je 2 eigene Sätze. Versuche, einen Satz im beruflichen Kontext und einen im privaten Alltag zu formulieren.
Noch ein Tipp
Viele Redewendungen sind kontextabhängig. Achte auf Ton und Situation: „Das ist mir Wurst“ ist locker; im Meeting wirkt „Da liegt der Hund begraben“ professionell.
Viel Spaß beim Ausprobieren – und wenn du mal den Faden verlierst, ist das ganz normal. Übung macht den Meister!